As-If Science Jam
Ein Format, das ich für subnet entwickelt habe: Datenkompetenz als Spiel. Teams nehmen echte Datensätze und versuchen, die absurdeste Hypothese, die ihnen einfällt, zu „beweisen“ — Cherry-Picking, p-Hacking, Achsen genau so gebogen — und zerlegen danach gegenseitig ihre Poster. Um zu sehen, wie selektive Daten und irreführende Visualisierung wirklich funktionieren, baut man sie selbst.
Wir leben in einer Welt, die mit Modellen und Statistik argumentiert — und doch führt kaum jemand echten datenbasierten Diskurs. Stattdessen herrschen zwei giftige Extreme: blinde Gläubigkeit an Zahlen und Angst vor Mathematik. Die Jam nimmt sich beide vor — sie pervertiert den wissenschaftlichen Prozess bewusst, damit man ihn durchschaut, in geschütztem Rahmen, mit Mentor:innen, die jeden Zug beim Namen nennen: „Das ist p-Hacking“, „Das ist Survivorship Bias“.
Sie ist die spielerische Kehrseite von plankton. Wo plankton die Herleitung einer Aussage prüfbar macht, macht die Jam die Tricks der Manipulation greifbar, indem man sie selbst begeht — Faktenchecks reagieren auf einzelne Lügen; die Jam impft gegen das Verfahren.
Ich habe sie für subnet entwickelt; die erste Iteration ist ein Prototyp in Kooperation mit der Schmiede Hallein (16.–26. September 2026), methodisch verankert in der Plankton Research Group. Erik Zepka ist als zweiter Methodiker dabei, der Kriminologe Walter Fuchs bringt quantitative sozialwissenschaftliche Strenge ein. Das Format ist noch in Entwicklung — dies ist eine Orientierung, kein fertiges Ding, und es hat noch nicht stattgefunden.